Klimkes Abraxxas passt auf Greta Busacker auf

MÜNSTER Ihr Großvater Reiner Klimke ist mit sechs olympischen Goldmedaillen bis heute der erfolgreichste Dressurreiter aller Zeiten. Ihre Mutter Ingrid, die amtierende Mannschaftsolympiasiegerin, gehört zu den besten Vielseitigkeitsreitern der Welt. Kein Wunder also, dass nun auch Greta Busacker vom RV Roxel immer häufiger in den Platzierungslisten an oberster Stelle auftaucht. So wie jetzt in Warendorf.


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Erfolg ist vererbbar: Ingrid Klimkes Tochter Greta Busacker (l.) gewann beim Bundesnachwuchschampionat der Vielseitigkeit die Einzelkonkurrenz bei den Pferden. Foto: imago

Beim Bundesnachwuchs-championat der Vielseitigkeit gewann die erst 12-Jährige die Einzelkonkurrenz bei den Pferden, wurde bei den Ponies Zweite und gehörte in beiden Klassen zum siegreichen westfälischen Team. Dabei zeigte sie in beiden Kategorien herausragende Leistungen. Der Lohn waren Noten bis zur 10,0. Mit ihrem Fuchspony Nemo von Purnitzgrund, das die Schülerin schon 2013 zu Doppelgold beim Bundesnachwuchsvierkampf trug, gab’s eine 9,0 für den Stilgeländeritt, eine 7,8 für das Stilspringen und eine 8,8 in der Dressur – alles auf A-Niveau.

Im Sattel des Erfolgspferdes

Hinzu kam ein 10,0 in der Theorie, eine 8,5 im Vormustern und eine 8,0 im Schwimmen was am Ende mit 137,9 Punkten den zweiten Platz hinter Teamkollegin und Ingrid Klimkes Patenkind Johanna Schulze Thier vom RV Herbern bedeutete. Eine noch recht neue Anpaarung sahen die Zuschauer und Richter dann im Wettkampf bei den Großpferden. Busacker hatte im Sattel von Abraxxas Platz genommen, dem langjährigen Erfolgspferd ihrer Mutter, das Mitte Juni aus dem großen Sport verabschiedet wurde und nun als Lehrmeister für die Nachwuchsreiterin sichtlich Spaß hat.

Die Chemie stimmt

Bereits beim ersten gemeinsamen Auftritt im Juli in Gahlen siegte das Duo im Geländeparcours. Was nicht nur die Reiterin zum Strahlen brachte. „Das war mein erstes Turnier mit Braxxi. Deswegen habe ich noch etwas ruhiger geritten. Aber er macht das alles so toll. Ich bin echt happy“, sagt Busacker. Auch ihre Mutter war begeistert von ihren beiden Schützlingen. „Braxxi hat toll auf Greta aufgepasst. Er ist wirklich ein Professor, und sie kann noch viel von ihm lernen. Das macht mich Stolz.“ In Warendorf bestätigte das Paar, dass die Chemie stimmt. Es erhielt eine 8,9 im Gelände, die 8,8 im Parcous und eine 8,6 in der Dressur (A-Niveau), was mit den Noten von 10,0 für die Theorie, 9,5 für das Vormustern und 8,0 fürs Schwimmen am Ende das Gesamtergebnis von 141,60 Punkten und damit den Sieg bedeutet.






Bronzemedaille mit der deutschen Junioren-Mannschaft bei der Pony-EM im irischen Millstreet


LEGDEN. Lars Volmer vom RV Legden begab sich mit gemischten Gefühlen auf die Heimreise. Im Gepäck hatte er eine Bronzemedaille, die er mit der deutschen Junioren-Mannschaft bei der Pony-EM im irischen Millstreet eingestrichen hatte. Ein bisschen enttäuscht war er, dass es in der Einzelwertung nicht für einen Podiumsplatz reichte. Mit Platz vier war Volmer trotzdem besten Deutscher.



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Lars Volmer (2.v.r.) fuhr mit seinen Teamkollegen (v.l.) Philipp Schulze-Topphoff, Enno Klaphake und Justine Tebbel die Bronzemedaille im irischen Millstreet ein.

Den dritten Rang im Springen um den Nationenpreis sicherte sich die deutsche Mannschaft erst im Stechen. Justine Tebbels Miss California verweigerte im ersten Durchgang zweimal, im zweiten passierte ein Abwurf. Philipp Schulze-Topphoff (Mentos junior) leistete sich in beiden Runden je einen Abwurf, Enno Klaphake (Nikolina) erlaubte sich einen und blieb einmal fehlerfrei.

Besser machte es Lars Volmer auf Carrick, der in seinen beiden Runden keine Nerven zeigte und fehlerfrei blieb. Unterm Strich reichten diese Resultate aus, um sich im Stechen vor dem Team aus Großbritannien zu platzieren und die Bronzemedaille mitzunehmen. Den Sieg ersprangen die Franzosen.

Im Stechen unterlegen

Aus ihren Reihen kam auch die Siegerin in der Einzelwertung: Ninon Castex und ihr Pony Quabar de Monceaux lieferten eine überragende Leistung ab. Auf dem schwierigen Kurs leistete sich das Paar nur drei Fehler und drei Zeitfehler in den fünf Springen, die für die Gesamtwertung relevant waren – frühzeitig war Gold vergeben. Der 16-Jährige Volmer zählte zu den vier Reitern, die sich für das Stechen um die weiteren zwei Medaillenplätze qualifiziert hatten.

Seinen vier Fehlerpunkten aus der Qualifikation folgten in sechs Umläufen keine weiteren. Auch im Stechen blieb der Legdener wie seine drei Kontrahenten fehlerfrei, jedoch genügte die Zeit nicht fürs Podium. Mit 39,40 Sekunden musste er dem Belgier Arnaud Gaublomme (Goliath van de Groenweg/Silber) mit 37,62 Sekunden und der Irin Susan Fitzpatrick (Rock Dee Jay/Bronze) mit 38,36 Sekunden den Vortritt lassen.
„Lars hat klasse geritten und super die Nerven behalten“, lobte Mutter und Trainerin Melanie Deggerich-Volmer. Nach dem Stechen in der Einzelwertung sei Lars Volmer allerdings schon enttäuscht gewesen. „Ein vierter Platz ist nunmal immer ein bisschen ärgerlich“, so Deggerich-Volmer.

Noch auf der Heimreise

Der deutsche Tross befindet sich derzeit immer noch auf der Heimreise, die mit diversen Fährverbindungen beinahe zwei Tage lang dauert. Am kommenden Freitag startet Lars Volmer dann bei den Waltroper Reitertagen, ehe am Wochenende 15. bis 17. August die Deutschen Jugendmeisterschaften in Zeiskam (Rheinland-Pfalz) anstehen






Pony-EM mit Schulze Topphoff und Debütantin Mende

MÜNSTER Es war eine lange Reise, die das Deutsche Pony-Team zurücklegen musste. Nach rund 1500 Kilometern, zwei Fährfahrten und einem Zwischenstopp auf einem Gestüt im Süden Englands erreichten dann aber alle Zwei- und Vierbeiner am Montagmittag wohlbehalten und voller Vorfreude das kleine Örtchen Millstreet im südwesten Irlands.




Philipp Schulze Topphoff ist mit Mentos Junior bei der Pony-EM dabei. Foto: Ott

Hier, in der 1500-Einwohner-Stadt im Westen des County Cork finden ab Mittwoch die Europameisterschaften der Ponyreiter statt, bei denen auch zwei Nachwuchsreiter aus Münster mit um die Medaillen kämpfen wollen. Den Anfang macht Maike Mende (RV St. Hubertus Wolbeck), die mit ihrer Fuchsstute Desert Rose im Dressur-Viereck gemeinsam mit Nadine Krause (Bad Homburg), Lea Luise Nehls (Berlin) und Semmieke Rothenberger (Bad Homburg) die deutschen Farben vertreten wird.

Schöner Abschluss für Mende

Für die 16-jährige Schülerin sind es die ersten kontinentalen Wettkämpfe und so ein besonders schöner Abschluss der erfolgreichen Pony-Zeit. „Ich freue mich riesig und glaube, dass es ein paar tolle Tage werden. Wir sind wirklich ein super Team, in dem jeder jeden unterstützt. Es macht einfach unglaublich viel Spaß“, erklärt Mende. Fast ein „alter Hase“ ist dagegen schon Philipp Schulze Topphoff (RV Roxel), der mit der Spring-Equipe antritt. Mit der deutschen Auswahl von Bundestrainer Peter Teeuwen gewann der 15-Jährige im vergangenen Jahr Team-Gold bei der EM in Arezzo (Italien) und will als Titelverteidiger wieder ein gewichtiges Wort bei der Vergabe der Medaillen mitsprechen. Der 15-Jährige vertraut dabei auch in diesem Jahr auf sein Erfolgspony Mentos Junior, mit dem auch Schwester Marie schon zu großen Erfolgen ritt.

Dressur beginnt Mittwoch

Teeuwen-Equipe gehören neben Schulze Topphoff noch Enno Klaphake (Steinfeld) und Lars Volmer (Legden), die schon in Arezzo dabei waren, sowie Franziska Müller (Hückeswagen) und Justine Tebbel (Emsbüren). Während Mende und ihre Kollegen Mittwoch in den ersten Teamwettbewerb starten, in dem Donnerstag die Medaillen vergeben werden, geht es für die Springreiter nach einem Training Mittwoch am Donnerstag in die erste Qualifikation. Am Freitag folgt der Teamwettbewerb.





Wilde Fahrten im strömenden Regen

Schlechtes Wetter schreckte viele Pferdefreunde vom Besuch des Roxeler Fahrturniers ab

Im rasanten Tempo manövrierten die Fahrer ihre Kutschen über das durch den vielen Regen in weiten Teilen schlammig aufgeweichte Turniergelände.

Im rasanten Tempo manövrierten die Fahrer ihre Kutschen über das durch den vielen Regen in weiten Teilen schlammig aufgeweichte Turniergelände. Foto: mfe

Münster-Mecklenbeck - 

Allerbester Fahrsport wurde beim Turnier des Roxeler Reit- und Fahrvereins geboten. Allerdings waren Regen und niedrige Temperaturen dafür verantwortlich, dass sich das Publikumsinteresse in Grenzen hielt.
Von Marion Fenner
Schlammbespritzt von oben bis unten – so kamen Fahrer, Pferde und Kutschen am Sonntag nach der Geländefahrt beim Turnier in Roxel ins Ziel. Doch die gute Laune ließen sie sich nicht vermiesen. „Unser Sport findet immer draußen statt, da lassen wir uns vom Wetter doch nicht aufhalten“, sagte Marion Pleie, die für den Reitverein Riesenbeck startete.

Ihr Vater Bernhard Pleie nahm direkt nach der Prüfung einen Wasserschlauch und sorgte dafür, dass der gröbste Schmutz von Kutsche und Pferden wieder verschwand. Nur die Fahrerin wollte auf diese erfrischende Dusche dann doch verzichten. Schließlich musste sie noch zur Siegerehrung, denn sie hatte mit ihrem Zweispänner die Westfälische Meisterschaft gewonnen.Natürlich waren die Veranstalter nicht glücklich über das schlechte Wetter beim Fahrturnier. „Wir hatten nur wenige Zuschauer, obwohl es hier allerbesten Sport zu sehen gab“, sagte Theo Mengelkamp vom Organisationsteam des Reit- und Fahrvereins Roxel. „Der tiefe Boden macht den meisten nicht viel aus. Wer seine Pferde gut konditioniert hat, der kommt auch durch ein etwas schwereres Gelände.“

Einige wenige Fahrer seien allerdings nach dem ersten Turniertag abgereist. „Jeder kann die Kraft seiner Pferde am besten selbst einschätzen“, erklärte Mengelkamp, der sich dennoch über ein gut besetztes Starterfeld in allen Prüfungen freute. Ein wenig Mitleid mit den Fahrern hatte bei der Siegerehrung der Präsident des Pferdesportverbands Westfalen, Heinrich Plaas-Beisemann: „Die Armen, die die Geschirre der Pferde wieder saubermachen müssen. Die werden wohl lange mit Lederseife putzen müssen.“
In Roxel wurde am Wochenende nicht nur gefahren, sondern auch geritten. Der Verein hatte zeitgleich zu den Geländeprüfungen auf dem Hauptplatz zu einem Reitertag für Turniereinsteiger eingeladen. „Zum ersten Mal haben wir die Veranstaltungen integrativ ausgeschrieben und Prüfungen für Menschen mit Behinderungen angeboten“, erklärte Turnierleiterin Daniela Waldmann. Die Premiere sei geglückt. Auch diese Reiter mussten mit Schlammspritzern auf ihren weißen Hosen und eleganten Jacken leben. Und bei den letzten Siegerehrungen schien dann auch endlich wieder die Sonne.