Starterfeld beim Fahrturnier internation

Starterfeld beim Fahrturnier ist international

ROXEL Von der A-Klasse bis zur schweren S-Klasse sind insgesamt 120 Gespanne gemeldet, 480 Startplätze gibt es. Das sind die beeindruckenden Zahlen beim Fahr-Turnier des Reit- und Fahrturniers Roxel. Und das Event ist beliebt bei den Teilnehmern. Die reisen sogar aus dem benachbarten Ausland an.Von Siegmund Natschke

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Für die Dressurreiterin Madeleine Hartmann und »Cosma Shiva« war es eine Premiere: Zum ersten Mal absolvierten sie die schwere »S-Klasse«. (Foto: Siegmund natschke)

Um Punkt sieben ist Manfred Schlattmann, der zweite Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Roxel, schon auf der Reitanlage an der Bösenseller Straße. Die Anspannung ist bei ihm wie bei jedem anderen zu spüren, der im Verein für die Organisation des diesjährigen Fahrturniers zuständig ist. Auch für die Pferde geht es bald los: Noch trainieren sie auf den Nebenplätzen, doch die ersten Ausscheidungen stehen an.

Eine davon bestreitet die Dressur-Reiterin Madeleine Hartmann. Sie kommt extra aus Ostenfelde-Enningerloh hierher, denn es steht eine Premiere an: „Zum ersten Mal reite ich bei einem Turnier die S-Klasse.“

Trainiert hat sie intensiv, alle zwei Tage. Hier könne nur mitfahren, wer die Leistungsgrenze auch erreiche. Was bei ihrer neunjährigen Stute „Cosma Shiva“ der Fall ist. Auch sie läuft nochmal Probe, alles klappt wie am Schnürchen. Für Hartmann ist die Teilnahme mit dem olympischen Gedanken verbunden: Das Mitmachen ist entscheidend, dabei sein ist alles. Und Roxel ist dafür ein guter Ort: „Es ist eine sehr schöne Anlage“, meint sie.

Was Schlattmann nur bestätigen kann: „Die Plätze sind in einem Top-Zustand. Deswegen kommen die Reiter von weit her.“ Es gäbe viele Meldungen aus dem Rheinland, aber auch aus europäischen Nachbarländern sind einige Reiter angereist, die nun ihre Zelte und Wagen auf einem Nebenplatz aufgeschlagen haben. Read More

Punkte sammeln

Für sie ist es wichtig, bei diesem Turnier Punkte zu holen, mit denen sie sich für große Turniere qualifizieren können. Manche lassen ihre Pferde nochmal in der sogenannten Führanlage laufen. „Damit trainiert man die Ausdauer. Damit sie abends locker sind“, weiß Schlattmann.

Laufen die Fahrgespanne erst einmal über den Parcours, dann haben die Richter wie Karl-Heinz Wiemer oder Birgit Damm-Haschmann ein wachsames Auge auf den Lauf. Die Kriterien, die sie anlegen müssen, reichen von der „Durchgängigkeit des Pferdes“, also ihr „schwungvolles Gehen“, bis hin zur Frage, ob Reiter und Pferd auch wirklich zusammenpassen. Auch auf die Sicherheit wird geachtet. Sowohl ein Tierarzt als auch ein Humanmediziner können sofort zur Stelle sein, wenn etwas passieren sollte. Doch es bleibt alles bestens. „Umso besser!“, sagt Schlattmann.
Ein ganzes Jahr bereitet sich der Reitverein auf das alljährlich stattfindende Fahrturnier vor. In den vergangenen vier Wochen wurden die Plätze hergerichtet. Insgesamt 45 ehrenamtliche Helfer gab es. Die legen auch am Wochenende der Entscheidung immer wieder Hand an. Etwa, wenn es darum geht, zwischen den Prüfungen den Sand auf dem Parcours zu begradigen.

Für die Zuschauer gibt es derweil Verpflegung jeder Art. Bis die nächste Entscheidung ansteht. Dann laufen alle schnell zum Gatter, um die Gespanne zu verfolgen. Auch Manfred Schlattmann: „Wir sind wunderbar zufrieden“, sagt er. Und schaut den Pferden zu.



Bundesvierkampf Greta Busacker auf Mamas Spuren

Reiten: Bundesvierkampf Greta Busacker auf Mamas Spuren

MÜNSTER Während Olympiasiegerin Ingrid Klimke mit der Siegerschleife vom Reitturnier aus Hagen zurückkam, war ihre Tochter in Wolfsburg erfolgreich. Gleich zweimal Gold brachte die erst elfjährige Greta Busacker am Sonntagabend vom Bundesnachwuchsvierkampf mit nach Hause.Von Anna Ott



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Ingrid Klimke beim Training in Werne mit ihrer Tochter Greta (l.) und ihrem Patenkind Johanna Schulze Thier. Beide Nachwuchsreiterinnen gewannen mit der Westfalen-Equipe Gold in Wolfsburg.

Beim Vergleichswettbewerb der Landesverbände mussten die jungen Talente bis 14 Jahre neben einer E-Dressur und einem E-Springen mit ihren Ponys noch zwei Kilometer laufen und 50 Meter schwimmen. All dies gelang der Schülerin aus Münster gut, besonders im Springen punktete sie mit ihrem Pony Nemo vom Purnitzgrund.

„Ich habe meine Mutter nur nach dem Springen angerufen und von meiner Wertnote von 8,0 erzählt“, berichtete Greta. „Das fand sie gut.“ Insgesamt 5332 Punkte bedeuteten am Ende den Einzeltitel für Busacker und einen großen Anteil am Endergebnis der Equipe von 15 886 Punkten. Dem Team um Mannschaftsführerin Christa Middendorf gelang damit die Titelverteidigung und bereits der vierte Sieg insgesamt.

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Bayern liegen vorn

Nur 140 Punkte trennten die ältere Mannschaft aus Westfalen vom obersten Podestplatz und der angestrebten Wiederholung des Vorjahreserfolgs. Beim Bundesvierkampf in der Altersklasse bis 18 Jahre siegte Bayern. Neben einem Lauf über drei Kilometer und den 50 Meter Schwimmen standen hier eine A-Dressur und ein A-Springen auf dem Programm.

Besondere Schwierigkeit: Sowohl im Springen als auch in der Dressur wurden zwei Teamreitern „fremde“ Pferde der anderen Teilnehmer zugelost. Damit musste auch Nils Ohmen (RV Albachten) zurecht kommen. Der 15-Jährige hatte mit seinem rheinischen Sportpartner unter dem Sattel eine wahre Herausforderung zu meistern. Im Springparcours musste der Schüler sein ganzes Können und Gefühl unter Beweis stellen, was am Ende noch mit einer Wertnote von 7,3 belohnt wurde.

Umso bemerkenswerter, da das Pferd mit der eigenen Reiterin nicht über eine Note von 1,0 hinauskam. Ein ähnliches Schicksal traf Ohmens Teamkollegin Kathrin Wacker (Werne), deren zugelostes Pferd keinerlei Talent für das Überqueren von Hindernissen mitbrachte und die westfälische Doppelmeisterin im Vierkampf am Ende mit einer Wertnote von 5,3 den Parcours verlassen ließ.

Nur Vize-Meister

So musste sich die Mannschaft, die vor dem abschließenden Springen noch voll auf Kurs Titelverteidigung lag am Ende mit der Vize-Meisterschaft begnügen. Im Einzel landete Ohmen nach einer der besten Laufleistungen auf dem siebten Rang.

Seine Mannschaftskollegin Antonia Wendel (Lüdinghausen) nahm neben dem zweiten Platz mit dem Team auch die Goldmedaille im Einzel mit nach Hause.

Marie Schulze Topphoff überrascht all

Die schweren Prüfungen in Roxel sichern sich die jungen Damen des Vereins


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Roxels Vorsitzender Christian Gäher gratuliert Marie Schulze Topphoff und Lara Heggelmann. Foto: Marion Fenner

Tränen der Freude flossen gestern beim Reitturner des RV Roxel reichlich. Die 15-jährige Lokalmatadorin Marie Schulze Topphoff feierte den ersten Sieg in einer schweren Springprüfung. Vater Bernd, Mutter Katja, Bruder Philipp sowie viele Freunde und Vereinskollegen, die der jungen Amazone die Daumen gedrückt hatten, waren sichtlich gerührt. Und natürlich auch Marie selbst – so viele hatten ihr die Daumen gedrückt.

Von Marion Fenner

Als Erste war sie im Normalparcours mit Corpicco, übrigens ein Sohn von Cornet Obolenski aus der Zucht ihres Vaters, fehlerfrei geblieben. Sieben weiteren Reitern gelang das ebenfalls. Folglich musste die junge Roxelerin auch als Erste ins Stechen. Es hatte während der Prüfung wie aus Eimern geschüttet, und der Schimmel weigerte sich, vor dem Start im Stechen durch eine Pfütze zu gehen. „Das war super so“, erklärte die Reiterin später. „Ich habe gedacht, wenn er dort nicht hinwill, kann ich davor perfekt abwenden und einen kurzen schnellen Weg nehmen.“ Genau so hat es dann auch funktioniert. Zudem blieben trotz des hohen Risikos alle Stangen liegen. Bernd Schulze Topphoff hatte zwei Pferde an den Start gebracht, aber mit keinem das Stechen erreicht. Auf die Frage, was seine Tochter in diesem Fall besser gemacht habe, antwortete er nur: „Sie reitet einfach besser als ich.“ Nächstes Ziel der jungen Amazone ist die Pony-Euromeisterschaft in Fontainebleau am übernächsten Wochenende. In ihrer letzten Ponysaison will sie dort noch einmal überzeugen. Zweitplatzierter in dem Zwei-Sterne-S-Springen wurde Mario Maintz (Bösensell) vor Marten Frehe-Siermann (Mettingen). In der ersten Abteilung der schweren Dressurprüfung siegte mit Lara Heggelmann auf Dante ebenfalls ein Mitglied des gastgebenden Vereins. Und auch für sie war es der erste Sieg in dieser Klasse. Lara Heggelmann hat bei Ingrid Klimke eine Ausbildung zum Pferdewirt absolviert und den Hengst von ihrer Lehrmeisterin übernommen. Zehn Mal war sie mit dem Pferd bereits in schweren Dressurprüfungen am Start. „Wir waren oft platziert und dabei vier Mal Zweiter“, erzählte sie. Der Sieg vor heimischem Publikum sei die Krönung. Lara Heggelmann vergaß nicht, ihrer Ausbilderin zu danken. „Ich habe intensiv mit Ingrid trainiert und von dem Pferd viel gelernt.“ Zweite in dieser Dressurprüfung wurde Carmen Koop (RV Biggetal), Dritte Patricia Koschel (RSC Osnabrücker Land) auf Leuchtfeuer.

Marie Zwei-Sterne-S-Springen

Youngster Schulze Topphoff düpiert beim Heimspiel die Konkurrenz

MÜNSTER Den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere feierte die erst 15 Jahre alte Roxeler Reiterin Marie Schulze Topphoff beim Turnier ihres Heimatvereins. Beim großen S-Springen mit zwei Sternen zum Abschluss des Roxeler Turniers trotzten sie und ihr Schimmel-Wallach Corpicco dem Regen und der erfahrenen Konkurrenz. Sie absolvierten als einziges Paar zwei fehlerfreie Durchgänge. Von Hardy Jackson

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Marie Schulze Topphoff feierte mit Corpicco ihren ersten Sieg in einem Zwei-Sterne-S-Springen. (Foto: Hardy Jackson)

Die Prüfung am Sonntag stellte den krönenden Abschluss des viertägigen Turniers mit rund 700 Reitern und über 1600 Pferden dar. "So viel Andrang hatten wir noch nie", erklärte der Vorsitzende des RFV Roxel, Christian Gäher. Die Freude der Veranstalter über das Interesse und den Sieg der Lokalmatadorin wurde lediglich durch den sonntäglichen Wettereinbruch getrübt, der viele Starter zum Rückzug bewog. "Wir mussten aber keine Prüfung absagen, die Anlage ist wetterfest", betonte Gäher.

Nur 24 Paare am Start

So gingen bei strömendem Regen im Springen nur 24 von ursprünglich über 70 gemeldeten Paaren in den Parcours. Sieben davon qualifizierten sich für das Stechen, bei dem Schulze Topphoff den Anfang machte. Die junge Reiterin ging volles Risiko, nahm eine enge Wendung zwischen zwei Hindernissen, die alle anderen Reiter vermieden. "Ich habe gemerkt, das Corpicco gut drauf ist, also habe ich es versucht", berichtete der Youngster.

So legte das Paar mit 37,20 Sekunden eine sehr schnelle Zeit vor, die nur vom späteren Zweiten Mario Maintz (RV Bösensell) mit Quidam's Alegria unterboten wurde. Zudem blieben sie als einzige fehlerfrei. Auf dem dritten Rang landete Marten Frehe-Siermann (ZFRV Mettingen) mit Anthony. "Das ist mein erster Sieg in einem S-Springen und mein größter Erfolg bisher", sagte sie mit einem Strahlen. Der achtjährige Corpicco wurde von Maries Vater Bernd gezogen, ist quasi gemeinsam mit der Nachwuchsreiterin groß geworden.

Zwei Sekunden schneller

Das erste S-Springen am Samstag, das mit einem Stern ausgezeichnet war, entschied der Brite Guy Goosen mit Ultima für sich. In 50,32 Sekunden war er fast zwei Sekunden schneller als Philipp Winkelhaus (ZRFV Albachten), der mit Quinny Zweiter vor Toni Haßmann (Lienen) und Gustavsson wurde.

Premieren-Einsatz Turnier 2012

Premieren-Einsatz auf dem Roxeler Turnierplatz

ROXEL. Volker Wulf ist seit diesem Jahr der neue Parcourschef beim großen Reit- und Springturnier des Reit- und Fahrvereins Roxel. Wulf löst den langjährigen Parcourschef Ralf Kosanitzki ab. Und es gab eine zweite Premiere: Erstmals war an diesem Wochenende auch Sebastian Gäher als „Turnier-Tierarzt“ im Einsatz. Von Christiane Schräder

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Der neue Roxeler Parcourschef Volker Wulf (l.) arbeitet in einem Team zusammen mit seinen Assistenten Jan Bues.  (Foto: Christiane Schräder)

Von Donnerstag bis Sonntag baute der 43-jährige Wulf gekonnt dutzende Hindernis- und Sprung-Kombinationen für die vielfältigen Springprüfungen auf. Gänzlich unbekannt ist dem Gütersloher das Roxeler Gefilde übrigens nicht: „2005 bin ich eingesprungen, um hier als Assistent des damaligen Parcourschefs zu arbeiten“, erklärte er.

In einer mitten auf dem Springplatz aufgestellten Holzhütte verfolgten der Parcourschef, seine Assistenten Jan Bues und Barbara Dieckmann und die Parcoursdiensthelfer um Oliver Groneick die Sprünge der Reiter. Zwischen den Prüfungen gab es dort nämlich auch immer wieder Gelegenheit zum freundschaftlich neckischen Austausch: „Zwei Mal Doppelwasser. Hast wohl zu viel Aachen geguckt“, hätte ihn eine Roxelanerin gefragt, berichtete Wulf.

Bislang waren der Reiterin Spezialsprünge wie der schwierige „Liverpool“ (eine Kombination aus einem kleinen Wassergraben und einem Steilsprung oder Oxer) nämlich scheinbar eher vom großen CHIO-Reitturnier in Aachen bekannt gewesen. Der neue Parcourschef nahm das aber nicht krumm: „Jeder hat so seine eigene Handschrift …“ Seine individuelle Note beschreibt er am liebsten so: „Sportlich fair, aber nichts verschenkt.“

Harte Arbeit

Für die Parcoursbauer und ihre ehrenamtlichen Helfer hieß es aber an allen Turnier-Tagen nicht etwa nur schwatzen und frotzeln, sondern in erster Linie hart arbeiten. Immer wieder müssen die Helfer zwischen den Prüfungen aufspringen, um heruntergefallene Stangen in Windeseile wieder aufzubauen. Oder die Hindernisse und Sprünge für die im Verlauf der Tage immer schwerer werdenden Sprünge millimetergenau nach Anweisung des Parcourschefs zu errichten.

„Das Besondere an diesem Platz ist sein qualitativ hohes Starterfeld und seine Truppe“, lobte der Parcourschef die Teilnehmer sowie die zehn Ehrenamtlichen, die ihn bei seiner Arbeit tatkräftig unterstützten. Wie in jedem Jahr gehörten Männer vom Parcoursdienst außerdem zu den ersten, die morgens auf dem Platz anzutreffen waren und zu den letzten, die abends nach Hause gehen durften.

Erstmals war an diesem Wochenende auch der amtierende Fuchsmajor des Roxeler Reit- und Fahrvereins, Sebastian Gäher, als Turnier-Tierarzt im Einsatz. Bislang hatte der 32-Jährige die Turniere nur privat begleitet. Bereit, im Notfall seinem Dienst habendem Kollegen zu unterstützen.

Teilnehmerzahlen steigen

Am Wochenende ritt er aber nicht, sondern kontrollierte unter anderem den Impfstatus der Pferde in deren Pässen oder nahm die optische Sichtung nach den Springprüfungen vor.
Doping-Kontrollen musste er nicht vornehmen, verriet der Pferde-Experte. Dafür habe er keine Order vom Verband erhalten. Vorsitzender Christian Gäher berichtete, dass in diesem Jahr mehr Pferde und Reiter als im Vorjahr genannt hatten.