Josef Sauerwald Deutscher Meister

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03.07.2011

DM Ein- und Zweispänner: Christoph Dieker und Carola Diener holen Titel

Josef Sauerwald wird Deutscher Meister der Fahrer mit Behinderung

Eva Willermann

Greven (fn-press). Die 23-jährige Carola Diener aus Lähden ist bei den Deutschen Meisterschaften der Ein- und Zweispänner und der Fahrer mit Behinderung im westfälischen Greven Deutsche Meisterin der Zweispänner geworden. Bei den Einspännern ging der Titel des Deutschen Meisters an Christoph Dieker aus Gescher. Josef Sauerwald aus Havixbeck gewann bei den Fahrern mit Behinderung die Goldmedaille.





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Im Hindernisfahren wurde es bei den Zweispännern richtig spannend. Die Zeit war so knapp bemessen, dass keiner der Fahrer den Kegelparcours fehlerfrei verließ. Nach Platz zwei in der Dressur und Platz zehn im Gelände führte Nachwuchsfahrerin Carola Diener die Kombinierte Wertung an und musste daher als letzte Starterin in den Kegelparcours. Zuvor war Reinhard Burggraf (Geretsried) gestartet. Die beiden trennte vor dem Kegelfahren nicht einmal ein Ball. Bei Burggraf fielen drei Bälle und fünf Strafpunkte kamen wegen Überschreitens der erlaubten Zeit hinzu, so dass er auf 14 Strafpunkte kam. Carola Diener startete zügig und blieb lange ohne Fehler. „Sie bringt das heim“, prophezeit Burggraf, der ihre Fahrt verfolgte. Und er sollte recht behalten. Zwar fielen am Ende noch zwei Bälle und sie blieb nicht ganz in der vorgegebenen Zeit, kam aber insgesamt nur auf elf Strafpunkte. Sie siegte als erste Frau überhaupt bei der DM der Zweispänner mit 146,36 Punkten vor Burggraf mit 149,79 Punkten. „Irgendwie war ich überhaupt nicht nervös“, sagte Diener, die in diesem Jahr schon die WM-Sichtungen in Blievenstorf und Lähden gewonnen hat. Sie ist im Stall des erfolgreichen Vierspännerfahrers Christoph Sandmann in Lähden angestellt und startet auch mit Pferden aus seinem Vierspänner.

Die Bronzemedaille ging – wie bereits im Vorjahr – an Arndt Lörcher (Wolfenbüttel/161,94). Mit lediglich elf Strafpunkten und dem zweiten Platz im Kegelfahren schob er sich von Platz zehn auf Rang drei vor. Platz vier der Meisterschaftswertung ging an Lothar Bachmeier (Meißenheim/168,13), Platz fünf an Marion Pleie (Riesenbeck/168,53).

Pech hatte der sechsmalige Deutsche Meister Sebastian Warneck (Potsdam). Mit seinem Sieg in der Dressur hatte er bereits den Grundstein für Titel Nummer sieben gelegt. Aber im Gelände kippte er im vierten Hindernis mit seinem Marathonwagen um. Er konnte zwar das Gelände zu Ende fahren, aber durch die hohe Strafpunktzahl rutschte er auf den letzten Platz der Kombinierten Wertung ab. „Das Rad hat mein Bein nur leicht gestreift, das ist wahrscheinlich nur eine Prellung am Bein, da hab ich noch Glück gehabt“, sagte er am nächsten Tag. Beim Hindernisfahren bewies er noch einmal sein Können und gewann mit fünf Strafpunkten diese Teilprüfung.

Auch bei den Einspännern holte sich Christoph Dieker seinen ersten nationalen Titel.
“Ich war schon öfter dicht dran, aber habe dann immer den Titel im Hindernisfahren buchstäblich `weggekegelt’”, erinnerte sich Dieker. Nach dem Sieg in der Dressur und Platz fünf im Gelände lag er vor dem Kegelfahren auf Platz zwei der Kombinierten Wertung. Als der Führende, Einzel- und Mannschaftsweltmeister Thorsten Zarembowicz (Viernheim), dann mit Pablo die Ziellinie durchfuhr und 22,5 Punkte auf der Anzeigetafel standen, war vom Abfahrplatz Diekers Jubelschrei zu hören, denn damit war er Deutscher Meister. Zarembowicz war dennoch zufrieden, denn für den noch unerfahrenen Pablo war es erst das dritte Turnier.

Durch sein starkes Kegelfahren sicherte sich Dieter Lauterbach (Dillenburg)  – nach Dressur und Gelände noch auf Platz sechs – die Bronzemedaille. Mit Rheinprincess blieb er als einziger Fahrer in der erlaubten Zeit und kassierte lediglich sechs Strafpunkte für zwei gefallene Bälle. Damit gelang ihm der Sieg in dieser Teilprüfung. Platz vier ging an Klaus Tebbe (Neuenkirchen) mit dem erst siebenjährigen Falko. „Das war schon sehr unverhofft, dass das Pferd bei seinem ersten S-Turnier das so macht“, freute sich Tebbe, der Platz fünf in der Dressur belegt hatte und das Gelände am Samstag gewinnen konnte. „Das war sagenhaft, wie sicher und sauber er durch das anspruchsvolle Gelände gefahren ist“, lobte Bundestrainer Eckardt Meyer (Hermannsburg). Platz fünf der Kombinierten Wertung ging ebenfalls an Christoph Dieker mit seinem Nachwuchspferd Connect. Platz sechs belegte Mannschafts-Weltmeister Detlef Böhlmann (Otter) mit Diaz, Platz sieben Katja Helpertz (Monheim) mit Chester. Pech hatte Armin Müller-Rasmussen (Bad Endbach). Er lag nach Dressur und Gelände auf Platz sieben, nahm aber im Hindernisparcours die letzte Kurve vor dem Ziel so schnell, dass er mit seinem Gespann umkippte und sich so verletzte, dass er ins Krankenhaus musste.

In Greven kämpften nicht nur die Ein- und Zweispännerfahrer um die nationalen Titel, sondern auch die Fahrer mit Behinderung. Sie starteten in einer Kombinierten Prüfung der Klasse M mit Ponys oder Pferden. Seinen ersten Deutschen Meistertitel gewann Josef Sauerwald aus Havixbeck, der im vergangenen Jahr bereits mit dem deutschen Team Mannschaftsweltmeister im niederländischen Breda geworden war. Mit seinem Pony Don’t Confess gewann er die Dressur, wurde Zweiter im Gelände und belegte Platz drei im Kegelfahren. „Die Dressur war schon immer meine Spezialdisziplin, aber das Gelände sonst gar nicht so, aber das hatte ich mit Martin Thiemann vermehrt trainiert“, erklärte Sauerwald, der wegen einer Spinalen Muskelatrophie mit extra Schlaufen an den Leinen startet. Vor dem Kegelfahren sei er schon nervös gewesen, gab er zu. „Aber die ‚Trude’ ist einfach eine coole Socke“, lobte er seine elfjährige Ponystute, die er seit fünf Jahren besitzt und selbst ausgebildet hat. Die Silbermedaille ging an Markus Beerhues (Langenberg) mit Dolero und Bronze gewann Hubert Markett (Haldern) mit Jesko. Außerdem platzierte sich noch Josef-Johannes Bödefeld (Sundern) mit Chagall auf Platz vier der Meisterschaftswertung. Die Kombinierte Wertung gewann allerdings nicht Josef Sauerwald, sondern der Niederländer Jacques Poppen mit Nienke, der mit einer Gastlizenz starten durfte.

Auch die Pony-Vierspänner starteten in Greven in einer Kombinierten Prüfung der Klasse S, die gleichzeitig die NRW-Meisterschaft war.  Hier siegte Tobias Bücker (Emsdetten) mit 160 Punkten vor Thomas Köppen (Dreieich) mit 163,04 Punkten.

Weitere Informationen und Ergebnisse unter www.stmartin.de


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Weltmeisterschaft der Fahrer mit Behinderung

Breda / Niederlande Turnier 02. bis 05. September 2010: Weltmeisterschaften der Fahrer mit Behinderung

am 30. August 2010 unter Fahren - Turniere abgelegt
Weltmeisterschaften der Fahrer mit Behinderung
Deutsches Team will Medaille in Breda holen

Die deutschen Fahrer mit Behinderung starten vom 2. bis 5. September bei den Weltmeisterschaften im niederländischen Breda. 16 Teilnehmer aus vier Nationen treten zum Leistungsvergleich an und kämpfen um die Medaillen in der Einzel- und in der Mannschaftswertung.




Die Weltmeisterschaften für Fahrer mit Behinderung finden bereits zum siebten Mal statt und sind in das internationale Fahrturnier in Breda eingebunden. Als Titelverteidiger tritt das Team des Gastgebers an. Deutschland holte 2008 vor heimischem Publikum in Greven die Bronzemedaille. Nach Silber bei den ersten Weltmeisterschaften 1998, hatte das deutsche Team in den Jahren zuvor von 2000 bis 2006 jedes Mal den WM-Titel gewonnen.

Die Teilnehmer fahren einspännig mit Pferden oder Ponys, die gemeinsam gewertet werden. Unterteilt wird aber nach Schwere der Behinderung in zwei verschiedene Grades. Für Deutschland starten Josef Sauerwald aus Havixbeck (Grade II), Heiner Lehrter aus Mettingen (Grade I), Hubert Markett aus Rees (Grad II), Markus Beerhues aus Langenberg (Grade I) und Sielke Harde aus Welver (Grade I).

(ak via evw/fn-press)

Führanlage

Mehr Bewegung - bessere Kondition



















Auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Roxel wird zurzeit eine Führanlage gebaut, in der den Pferden zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Foto: (mfe)



Read More Münster-Roxel - Außerhalb der Weidesaison verbringen viele Reitpferde den größten Teil des Tages in einem kleinen Stall. Für ein Tier, dass sich in freier Wildbahn fast den ganzen Tag bewegt, ist das eindeutig zu viel.

Der Reit- und Fahrverein Roxel möchte jetzt den Pferden seiner Einstaller mehr Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Dafür wird eine Führanlage errichtet, in der die Tiere ohne Reiter bewegt werden können.

„Bis zu sechs Pferde können gleichzeitig in der Führanlage laufen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Manfred Schlattmann. „Die Tiere laufen frei in abgetrennten Abteilen.“ Die Maschine, die durch einen Elektromotor betrieben wird, könne auf verschiedene Geschwindigkeiten eingestellt werden, sodass die Pferde im Schritt oder Trab bewegt würden. Automatisch wechsele die Maschine in regelmäßigen Zeitabständen außerdem die Richtung. Das sorge für Kondition und Ausgeglichenheit bei den vierbeinigen Sportlern, sagt Schlattmann. Von oben durch ein Dach vor Regen geschützt, erhalten sie von den Seiten frische Luft, auch das sei für die Tiere ein willkommener Ausgleich zur Stallluft.

„Die Führanlage soll nicht das tägliche Reiten ersetzen“, stellt Schlattmann klar. Sie sei eine Ergänzung zum Training und ideale Möglichkeit zum Muskelaufbau und zur Gymnastizierung der Pferde.

Die Führanlage hat der Verein gebraucht erworben. Lediglich das Dach und die Begrenzung werden neu gebaut. „Sie stellt eine ideale Ergänzung zu bereits vorhandenen Angebote des Reitervereins dar und soll ein weiteres Schmuckstück der gesamten Anlage werden“, so Schlattmann.

„Es war ein langer Wunsch unseres Vereins, eine Führanlage anbieten zu können.“ Durch die Möglichkeit, die Pferde dort zusätzlich zu bewegen, stehe den Pferdebesitzern zudem eine gute Alternative zur Verfügung, wenn die Reithalle durch Jugend- oder Mannschaftstraining belegt sei.

„Wie bei Baumaßnahmen des Reit- und Fahrvereins Roxel üblich, tragen bei der Erstellung dieser Anlage viele Mitglieder mit Eigenleistung zur Umsetzung des Projekts bei“, freut sich Manfred Schlattmann. Nur das Dach werde durch eine Fremdfirma erstellt.

Spätestens Ende April, so schätzt Schlattmann, seien die Arbeiten abgeschlossen, und dann können dort Pferde ihre Runden drehen.


VON MARION FENNER, MÜNSTER





Trainingsraum für Pferde

Trainingsraum für Pferde: Neue Führanlage ergänzt die Trainingsmöglichkeiten beim Reit- und Fahrverein
Kay Böckling am 24.02.2009 17:56 Uhr
ROXEL Ein neues Schmuckstück ziert das Areal des Reit- und Fahrvereins Roxel: Direkt hinter der Reithalle entsteht derzeit eine klassische Führanlage. Damit erfüllt sich der Club einen langen Traum.
Auf dem Areal des Roxeler Reit- und Fahrvereins entsteht derzeit eine klassische Führanlage für Pferde. Mit dem Ende der Bauarbeiten rechnen die Verantwortlichen in rund vier Wochen. Foto: Böckling

Eigentlich sollten schon in diesem Monat die Pferde ihre Runden in dieser neuen und überdachten Anlage drehen, witterungsbedingt mussten die Bauarbeiter allerdings eine mehrwöchige Pause einlegen. Nun aber gehen die Arbeiten weiter, mit der Eröffnung rechnet Manfred Schlattmann, zweiter Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins, in rund vier Wochen. Diese Einrichtung komplettiert die ohnehin schon attraktive Reitanlage des Clubs an der Bösenseller Straße. Bis zu sechs Pferde finden darin Platz, werden im Schritttempo automatisch durch das Rund geführt. Ein Elektro-Motor sorgt für den Antrieb.

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"Unsere Reiter engagieren sich vorbildlich" Zu den Kosten möchte sich Schlattmann nicht äußern, billig dürfte der Neubau aber nicht sein. Der Vize-Vorsitzende: "Wir sind zwar ein reicher Verein, was die Mitgliederzahlen anbelangt, ansonsten aber sind wir - wie alle anderen Vereine auch - aber nicht auf Rosen gebettet." Das man das Vorhaben dennoch stemmen könne, habe man der tatkräftigen Mithilfe der Mitglieder zu verdanken. "Unsere Reiter engagieren sich vorbildlich."

Mit der Führanlage verfolgt der Reit- und Fahrverein insbesondere zwei Ziele. So ergänzt sie beispielsweise die Trainingsarbeit. Schlattmann: "In der Anlage müssen die Tiere einen strammen und fleißigen Schritt hinlegen. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung des raumgreifenden Schritts, die wichtigste Gangart bei einem Pferd." Das schule unter anderem auch die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit bei den Tieren. "Anders als bei Sportlern, die ihre Kondition beim Laufen am besten trainieren können, fördert dieser Schritt die Leistungsfähigkeit", sagt Schlattmann.

Kapazitäten sind ausgereizt

Da die Reithallenkapazitäten besonders in den Wintermonaten an ihre Grenzen stoßen - schließlich nutzen täglich unter anderem bis zu 50 Kinder und Jugendliche die Reitanlage - ist es insbesondere für die berufstätigen Pferdebesitzer schwer, ihren Tieren die notwendige Bewegung zu ermöglichen. Schlattmann: "Bei Wind und Wetter reitet niemand gerne aus. Und so gibt es jetzt die Möglichkeit, dass die Pferde vor dem Regen geschützt ihre Runden drehen."

Zwischen 20 und 25 Pferde sind momentan auf der Reitanlage an der Bösenseller Straße untergebracht. Und alle vereinseigenen Vierbeiner kommen demnächst in den Genuss ihres neuen Trainingsgeräts.