MÜNSTER Es war eine lange Reise, die das Deutsche Pony-Team zurücklegen musste. Nach rund 1500 Kilometern, zwei Fährfahrten und einem Zwischenstopp auf einem Gestüt im Süden Englands erreichten dann aber alle Zwei- und Vierbeiner am Montagmittag wohlbehalten und voller Vorfreude das kleine Örtchen Millstreet im südwesten Irlands.




Philipp Schulze Topphoff ist mit Mentos Junior bei der Pony-EM dabei. Foto: Ott

Hier, in der 1500-Einwohner-Stadt im Westen des County Cork finden ab Mittwoch die Europameisterschaften der Ponyreiter statt, bei denen auch zwei Nachwuchsreiter aus Münster mit um die Medaillen kämpfen wollen. Den Anfang macht Maike Mende (RV St. Hubertus Wolbeck), die mit ihrer Fuchsstute Desert Rose im Dressur-Viereck gemeinsam mit Nadine Krause (Bad Homburg), Lea Luise Nehls (Berlin) und Semmieke Rothenberger (Bad Homburg) die deutschen Farben vertreten wird.

Schöner Abschluss für Mende

Für die 16-jährige Schülerin sind es die ersten kontinentalen Wettkämpfe und so ein besonders schöner Abschluss der erfolgreichen Pony-Zeit. „Ich freue mich riesig und glaube, dass es ein paar tolle Tage werden. Wir sind wirklich ein super Team, in dem jeder jeden unterstützt. Es macht einfach unglaublich viel Spaß“, erklärt Mende. Fast ein „alter Hase“ ist dagegen schon Philipp Schulze Topphoff (RV Roxel), der mit der Spring-Equipe antritt. Mit der deutschen Auswahl von Bundestrainer Peter Teeuwen gewann der 15-Jährige im vergangenen Jahr Team-Gold bei der EM in Arezzo (Italien) und will als Titelverteidiger wieder ein gewichtiges Wort bei der Vergabe der Medaillen mitsprechen. Der 15-Jährige vertraut dabei auch in diesem Jahr auf sein Erfolgspony Mentos Junior, mit dem auch Schwester Marie schon zu großen Erfolgen ritt.

Dressur beginnt Mittwoch

Teeuwen-Equipe gehören neben Schulze Topphoff noch Enno Klaphake (Steinfeld) und Lars Volmer (Legden), die schon in Arezzo dabei waren, sowie Franziska Müller (Hückeswagen) und Justine Tebbel (Emsbüren). Während Mende und ihre Kollegen Mittwoch in den ersten Teamwettbewerb starten, in dem Donnerstag die Medaillen vergeben werden, geht es für die Springreiter nach einem Training Mittwoch am Donnerstag in die erste Qualifikation. Am Freitag folgt der Teamwettbewerb.





Schlechtes Wetter schreckte viele Pferdefreunde vom Besuch des Roxeler Fahrturniers ab

Im rasanten Tempo manövrierten die Fahrer ihre Kutschen über das durch den vielen Regen in weiten Teilen schlammig aufgeweichte Turniergelände.

Im rasanten Tempo manövrierten die Fahrer ihre Kutschen über das durch den vielen Regen in weiten Teilen schlammig aufgeweichte Turniergelände. Foto: mfe

Münster-Mecklenbeck - 

Allerbester Fahrsport wurde beim Turnier des Roxeler Reit- und Fahrvereins geboten. Allerdings waren Regen und niedrige Temperaturen dafür verantwortlich, dass sich das Publikumsinteresse in Grenzen hielt.
Von Marion Fenner
Schlammbespritzt von oben bis unten – so kamen Fahrer, Pferde und Kutschen am Sonntag nach der Geländefahrt beim Turnier in Roxel ins Ziel. Doch die gute Laune ließen sie sich nicht vermiesen. „Unser Sport findet immer draußen statt, da lassen wir uns vom Wetter doch nicht aufhalten“, sagte Marion Pleie, die für den Reitverein Riesenbeck startete.

Ihr Vater Bernhard Pleie nahm direkt nach der Prüfung einen Wasserschlauch und sorgte dafür, dass der gröbste Schmutz von Kutsche und Pferden wieder verschwand. Nur die Fahrerin wollte auf diese erfrischende Dusche dann doch verzichten. Schließlich musste sie noch zur Siegerehrung, denn sie hatte mit ihrem Zweispänner die Westfälische Meisterschaft gewonnen.Natürlich waren die Veranstalter nicht glücklich über das schlechte Wetter beim Fahrturnier. „Wir hatten nur wenige Zuschauer, obwohl es hier allerbesten Sport zu sehen gab“, sagte Theo Mengelkamp vom Organisationsteam des Reit- und Fahrvereins Roxel. „Der tiefe Boden macht den meisten nicht viel aus. Wer seine Pferde gut konditioniert hat, der kommt auch durch ein etwas schwereres Gelände.“

Einige wenige Fahrer seien allerdings nach dem ersten Turniertag abgereist. „Jeder kann die Kraft seiner Pferde am besten selbst einschätzen“, erklärte Mengelkamp, der sich dennoch über ein gut besetztes Starterfeld in allen Prüfungen freute. Ein wenig Mitleid mit den Fahrern hatte bei der Siegerehrung der Präsident des Pferdesportverbands Westfalen, Heinrich Plaas-Beisemann: „Die Armen, die die Geschirre der Pferde wieder saubermachen müssen. Die werden wohl lange mit Lederseife putzen müssen.“
In Roxel wurde am Wochenende nicht nur gefahren, sondern auch geritten. Der Verein hatte zeitgleich zu den Geländeprüfungen auf dem Hauptplatz zu einem Reitertag für Turniereinsteiger eingeladen. „Zum ersten Mal haben wir die Veranstaltungen integrativ ausgeschrieben und Prüfungen für Menschen mit Behinderungen angeboten“, erklärte Turnierleiterin Daniela Waldmann. Die Premiere sei geglückt. Auch diese Reiter mussten mit Schlammspritzern auf ihren weißen Hosen und eleganten Jacken leben. Und bei den letzten Siegerehrungen schien dann auch endlich wieder die Sonne.


MÜNSTER Seit zwei Wochen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, rund 120 ehrenamtliche Helfer haben alles für das alljährliche Fahrturnier des RV Roxel präpariert. Es kann also losgehen an der Bösenseller Straße, wo Samstag schon um 7 Uhr in der Frühe die erste von insgesamt 33 Prüfungen stattfindet.

Lars Heidotting vom RFV Emsdetten siegte im Vorjahr in der kombinierten S-Prüfung für Pony-Einspänner. Auch diesmal ist er in Roxel wieder dabei.

Lars Heidotting vom RFV Emsdetten siegte im Vorjahr in der kombinierten S-Prüfung für Pony-Einspänner. Auch diesmal ist er in Roxel wieder dabei. Foto: Jackson

Die Attraktivität der Veranstaltung für die Sportler ist hoch, rund 140 Gespanne mit entweder ein, zwei oder vier Pferden oder Ponys haben für die Aufgaben von der Klasse A bis S ihr Kommen angesagt – und damit gut 20 mehr als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist sicher das Programm, das erneut ein Championat vorsieht.

Hochklassig besetzt

So geht es diesmal in Roxel um die Westfälischen Meisterschaften, dazu ist das Turnier eine Sichtung für die nationalen U 25-Titelkämpfe sowie für die Weltmeisterschaft der Fahrer mit Behinderungen. Daher verwundert es nicht, dass mit Martin Thiemann (RV St. Georg Saerbeck), Tobias Bücker, Michael Bügener (beide RFV Emsdetten) oder Karl-Heinz Wanstrath (RFV Fürstenau) einige erfolgreiche Starter gemeldet haben. „Die Konkurrenzen sind gut besetzt“, sagt Vereinssprecher Rainer Kohaus, der auch die Auftritte des Lokalmatadoren Paul Brintrup verfolgen wird.

Gute Bodenbedingungen

Höhepunkte des zweitägigen Turniers sind am Sonntag die spektakulären und rasanten Touren durch das Gelände, das sechs Hindernisse einschließlich einer Wasserdurchfahrt vorsieht. Dabei macht der Regen der vergangenen Tage dem Veranstalter noch keine Sorgen. „Die Bedingungen sind gut, es gibt bislang keine Probleme“, erklärt Kohaus.

Nils Ohmen war beim Westfälischen Vierkampfchampionat erneut der überragende Starter in der Equipe des Reiterverbands Münster. Der 15-Jährige vom RV Albachten gewann in Hüllhorst die Einzelwertung, führte seine Mannschaft damit auf den zweiten Rang und sicherte sich wie im Vorjahr einen Platz im Team Westfalen, das Ende März in Zweibrücken beim Bundes-championat antritt. Die Zweitvertretung Münsters landete beim Sieg des KRV Coesfeld auf Rang sieben.

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Freuten sich über Platz zwei (v.l.): Einzelsieger Nils Ohmen, Mannschftsführerin Katrin Richter, Greta Busacker, Leonie Peuker und Katharina Hölscher. Foto: Reiterverband

Seine Ambitionen unterstrich Ohmen bereits beim 3000-Meter-Geländelauf im Gehlenbecker Torfmoor. In 12:05 Minuten wurde er Zweiter, nur Mattes Homann-Niehoff (RV St. Hubertus Wolbeck) aus dem zweiten Team war eine Sekunde schneller. Insgesamt lag Münster nach der ersten Disziplin auf Rang zwei, neben Ohmen sammelten Leonie Peuker (RV Hiltrup), Katharina Hölscher (Wolbeck) und Greta Busacker (RV Roxel) – die Elfjährige war das Nesthäkchen und glänzte als Sechste der Einzelwertung – wichtige Punkte.

Platz fünf im Schwimmen

Einen Sieg verspielte die von Katrin Richter vorgestellte Equipe im Wasser. Das Quartett holte in den 50-Meter-Freistil-Rennen nur die fünftmeisten Zähler und verlor den Anschluss an Coesfeld.

Besser lief es dann am Sonntag in Parcours und Viereck, wo besonders Ohmen auftrumpfte. Zunächst gewann er im Sattel von Ramina O mit der Wertnote von 8,8 die A-Dressur, dann machte er seinen Triumph mit Cortessa O im A-Springen als Zweiter perfekt. Peuker schaffte mit Fernet als Sechste (Dressur) und Siebte zwei Top-Platzierungen.

100 Punkte Rückstand

Auch Hölscher mit Finley und Busacker mit Nemo reihten sich unter den besten 20 ein. Unter dem Strich sammelte Münster nach Platz zwei in der Dressur und dem Sieg im Springen 16 418 Punkte – 100 weniger als Coesfeld. Die zweite Abordnung des heimischen Reiterverbands mit Homann-Niehoff, Katja Schettler (RV Münster-Sprakel) und Max Orlowski (Roxel) holte 14 418 Zähler. Im Einzel lag Ohmen ganz souverän vorne, mit 5945 Punkten distanzierte der Albachtener Franziska Hölper (Coesfeld), die mit 5426 Zählern vor Nina Sparwel (KRV Borken) landete.
Riesig war die Freude auch bei Nele Ohmen. Die junge Albachtener Amazone qualifizierte sich in Minden-Lübecke in einer Sichtung ebenfalls für Zweibrücken im Westfalen-Team der U 14-Ponyreiter.